Gräser im Garten PDF Drucken E-Mail

Ziergräser als Gestaltungselement

Die Ziergräser gehören zu der großen Gattung der krautig-wachsenden Pflanzen, also zu den Stauden. Dazu zählt man die Wiesengräser nicht. Ziergräser bieten eine große Auswahl an unterschiedlichen Standortbedingungen, an diversen Größen und an verschiedenen Farbtönen (sowohl beim Blatt als auch bei der Blüte) an.

Ziergräser sind winterhart bzw. winterfest. Ziergräser zeigen in ihrer Erscheinung sehr dekorative Blätter in Farbe und Form  und auffallende  Ähren oder Rispen. Die Palette reicht von bodendeckenden Arten bis hin zu üppigen Riesen-Gräsern, sowie alten Wildformen, die keine Veränderungen durch Zucht aufweisen. Wir unterscheiden unter drei Familien: Die Süßgräser (= Poaceae), die Sauergräser (= Cyperaceae) und die Binsengewächse (= Junaceae). Gräser können sich sowohl über Samen als auch über Wurzeln im Garten ausbreiten. Ziergräser wachsen häufig horstartig, d.h. Halme und Blüten treiben aus einer Basis aus, welche sich mit der Zeit verdickt und sich das Gras so ausbreitet. zB Ziergras Fuchsrote Segge (= Carex buchananii). Eine weitere Möglichkeit ist die Bildung von Ausläuferwurzeln (= Rhizome), d.h. das Gras bildet längere, unterirdische Wurzeln, die horizontal unter der Erde von der eigentlichen Pflanzen wegtreiben und in einiger Entfernung zur Mutter-Pflanze eine neue Pflanze ausbilden. Gerade bei Bambus empfiehlt sich eine Wurzelsperre einzubauen. Typische Vertreter sind der Zwerg-Bambus (= Pleioblastus pumilus), der  Schwarze Bambus (= Phyllostachys nigra) sowie weitere Phyllostachys- und Pseudosasa- Arten.

Blickfang und Abwechslung im Gartenjahr

Ziergräser können durch ihre eleganten Blattlinien und die Formschönheit der Blütenstände eigenständige Elemente in Garten bilden, aber auch eine verbindende Funktion zwischen verschiedenen Pflanzengruppen erfüllen.

Dabei zeigen die Gräser zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht. Im Sommer faszinieren die verspielten Blütenstände, im Herbst nehmen golden gefärbte Gräser-Halme, die sich im Wind sanft bewegen, den Blick gefangen und im Winter kann man sich an den mit Raureif oder Schneekristallen geschmückten Winterhorsten erfreuen.

Vielseitige Gestaltungs- und Verwendungsmöglichkeiten sind mit Ziergräsern möglich. Als Novität hat sich die Verwendung von Carex-Sorten zB „Ice Dance“ als Flächenbodendecker durchgesetzt.  Hier ist die Auswahl von weißen, gelben und blaublättrigen Sorten groß. Sie sind universell in Steingärten, auf Gräbern bei Standorten in voller Sonne oder trockenem Schatten einsetzbar. Carex comans „Bronze Perfection“ besticht durch warmen Bronzeton im Garten. Speziell die Japan-Segge (Carex hachijoensis) gedeiht ausgezeichnet an schattigen Plätzen. Die Fuchsrote Segge (= Carex buchananii) fällt durch seine  fuchsrote bis braunrote und teilweise auch hellrote Halme und Blätter  auf. Die Blatt- und Halmfärbungen dieser außergewöhnlichen Grasart stechen dem Betrachter ganzjährig ins Auge.

Um den Naturcharakter von „Waldgärten“ zu erzielen ist der Einsatz von Gräser erforderlich. Die Waldschmiele (Deschampsia caespitosa) eignet sich als Begleitpflanzung in Staudenrabatten und zählt zu den ausladenden Gräser, die nicht zu eingeengt stehen sollten. Die Züchtung Chinagras „Kleine Silberspinne“ wir 80cm hoch und hat einen breiten, silbrigen Mittelstreifen. Die Ruten-Hirse (Panicum) tönt sich im Herbst in ein kräftiges Braunrot.

Lampenputzergras (Pennisetum alopecutoides) ist ein bekannter Eye-catcher unter den Solitärgräsern. Pfeifengras (Molinia caerulea) „Moorhexe“ fällt durch fast schwarze Rispen auf.

Als  großzügiger und preiswerter Sichtschutz bewähren sich Elefantengras ( Miscanthus giganteus), Chinaschilf (Miscanthus sinensis), Pampasgras (Cortaderia), Pfahlrohr (Arundo donax) und Bambus.

Für lockeren Sichtschutz eignet sich das Reitgras (Calamagrostis acutiflora) mit seinem straff aufrechten Wuchs. Die strenge vertikale Form passt optimal zum modernen, Vorarlberger Holzbau.

Tip vom Gärtner:

Zu beachten ist, dass Gräser von neuen Züchtungen bei erneuter Aussaat in die ursprüngliche Art zurückfallen können.

Gräser werden nie im Herbst geschnitten, da Feuchtigkeit eindringt und im Zentrum die Pflanze verfault.

„Gras ist das Haar der Mutter Erde.“

Zitat Karl Förster, Staudenzüchter & Gartenphilosoph.