Wissenswertes über....

 

Invasive Neophyten

Invasive Neophyten („eindringende neue Pflanzen“) sind gebietsfremde Arten, die
– bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt durch den Menschen - nach 1492 eingeführt wurden und sich an geeigneten Standorten massiv ausbreiten.
Sie bedrohen die biologische Vielfalt, weil sie einheimische Arten verdrängen.

Invasive Neophyten verändern das heimische Ökosystem und verdrängen andere Arten.
Für den Naturschutz in Österreich sind 18 Arten problematisch.

 

zB: Das drüsige Springkraut aus dem Himalaya wurde als Zierpflanzen bewusst in Gärten gepflanzt. In der Zwischenzeit verwildert es und hat sich stark in Auwäldern und Ufersäumen ausgebreitet und heimische Pflanzen zum Teil vollständig verdrängt. Da es nur oberflächlich wurzelt, kommt es zusätzlich zu Böschungerosionen.

• Eschen-Ahorn (Acer negundo)

• Götterbaum (Ailanthus altissima)

• Lanzett-Aster (Aster lanceolatus)

• Neubelgien-Aster (Aster novi-belgii)

• Schwarzfrucht-Zweizahn (Bidens frondosa)

• Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis)

• Amerikanisches Weidenröschen (Epilobium ciliatum)

• Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)

• Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinensis)

• Pennsylvanische Esche (Fraxinus pennsylvanica)

• Topinambur (Helianthus tuberosus)

• Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

• Kleinblütiges Springkraut (Impatiens parviflora)

• Hybrid-Pappel (Populus x canadensis)

• Robinie (Robinia pseudacacia)

• Schlitzblatt-Sonnenhut (Rudbeckia laciniata)

• Kanadische Goldrute (Solidagocanadensis)

• Späte Goldrute (Solidago gigantea)

Staudenknöterich (Fallopia japonica, Fallopia sachalinensis, Reynoutria spec.)

Verbreitung: schnelle Ausbreitung durch Rhizome, unterirdisch wachsende Sprossen und Rhizom-verfrachtungen (Hochwasser, Gartenabfälle); problematisch für Uferstabilität; wenig Feinwurzeln;

Blütezeit: August – Oktober

Maßnahmen: Ausgraben – kleine Bestände tief ausgraben und sorgfältig kompostieren und Schwächung der Pflanze durch:

· Mehrmalige Mahd (mind. 6x) Mähgut entfernen

· Entwicklung anderer Hochstauden, Grasnarbe fördern

· Beweidung durch Schafe und Ziegen

Entfernte Pflanzenteile nicht deponieren, Pflanze treibt aus Rhizomen und Stängelteilen nach;

 

Riesenbärenklau (Herkulesstaude - Heracleum mantegazzianum)

Vermehrung: über Samen

Blütezeit: Juni – Juli

Maßnahmen:

· Samenbildung verhindern – Blütenstand vor Fruchtreife abschneiden

· Kleine Vorkommen und Einzelpflanzen sofort entfernen

· Abstechen des Wurzelstocks in 15cm Tiefe

· Mehrmalige Mahd hungert Pflanzen langfristig aus

· Mähgut sorgfältig behandeln – Weiterverbreitung durch Samen im Kompost

Enthält fototoxische Inhaltsstoffe, die in Kombinanation mit Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen der Haut führen kann.

 

Drüsiges oder Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)

Verbreitung: einjährig, sehr hohe Samenproduktion, Samen werden mehrere Meter

weit geschleudert und überdauern jahrelang im Boden, starke Ausbreitung an Flussläufen

Blütezeit: Juni - Oktober

Maßnahmen:

• Samenverbreitung verhindern

• Mahd zu Beginn der Blütezeit, Mähgut abtransportieren, Stängel können wieder bewurzeln

• beste Ergebnisse bei Mulchmähen

• bei Fließgewässern am Oberlauf beginnen! - Samennachschub mit Wasserünanlagen und

Schaugärten

Späte und Kanadische Goldrute (Solidago gigantea, S. canadensis)

Vermehrung: über Samen und Rhizome

Blütezeit: August - Oktober

Maßnahmen:

• Samenbildung verhindern: Mahd knapp vor der Blüte schwächt Pflanzen kaum,

verhindert aber Samenbildung

• Rhizome schwächen – Hauptwachstum des Rhizoms nach der Blüte

• Mahd zwei Mal pro Jahr - ergibt artenreichere Begleitflora

• kleine Vorkommen bei feuchter Witterung händisch ausreißen

• Entstehung offener Böden vermeiden

• Vorsicht: Mulchen fördert Wachstum!

Besonders problematisch ist das Eindringen der Goldrute in brachliegende Halbtrockenrasen

und Feuchtwiesen, da dies zum Verschwinden seltener Arten führen kann.

 

Robinie (Falsche Akazie, Robinia pseudoacacia)

Vermehrung: Samen, Wurzelausläufer, Stockausschläge

Blütezeit: Mai - Juni

Maßnahmen:

• Achtung: Fällen verursacht fast immer Stockausschläge, die dichte Bestände bilden! Kontrolle und Nachrodungen sind mehrere Jahre hindurch notwendig.

• Ringeln kann Stockausschläge verhindern. Dabei wird die Rinde ca. auf Brusthöhe bis auf einen kleinen Steg entfernt. Im Folgejahr kann der Baum gefällt werden, ohne dass er Stockausschläge bildet. Die Robinie reichert den Boden mit Stickstoff an und verdrängt und verändert so die einheimische Vegetation, besonders die Arten nährstoffarmer Böden.

Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)

Vermehrung: durch Samen; einjährige Pflanze offener Böden, Ambrosie kommt auch in Sonnenblumenfeldern vor und gelangt mit den Kernen ins Vogelfutter.

Blütezeit: August - September

Maßnahmen:

• Vor dem Blühen ausreißen (Handschuhe tragen!), ausgerissene Pflanzen entsorgen!

• Mahd vor der Blüte ist wenig effizient, da Ambrosien schnell neu austreiben.

• Winterfutterplätze für Vögel beobachten!

• In manchen Ländern wurde die Bekämpfung der Gesundheit gefährdenden

Ambrosie gesetzlich verordnet.

Der Pollen, bei manchen Menschen auch der Hautkontakt, kann starke Allergien verursachen.

Quelle: www.biologischevielfalt.at

 

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